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Das Wissen über den Schlaganfall hilft Leben retten!

Weshalb es wichtig ist über den Schlaganfall informiert zu sein…

ln Deutschland erleiden rund 200.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall. Für ein Drittel aller Betroffenen verläuft der Schlaganfall tödlich, ein weiteres Drittel behält mehr oder weniger schwere Behinderungen und nur ein Drittel übersteht ein solches Ereignis ohne nennenswerte Folgen. Damit ist der Schlaganfall die  dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Früher galt der Schlaganfall als ein unabwendbares Schicksal. Mit unserem neuen Wissen über die Hintergründe der Erkrankung und dank des medizinischen Fortschritts können wir heutzutage dem Schlaganfall und seinen Folgen jedoch wirksam vorbeugen.

Was bedeutet ein Schlaganfall? Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Als Folge erhalten die empfindlichen Nervenzellen zu wenig Sauerstoff und andere Nährstoffe, so dass sie absterben. Die hierdurch verursachte Schädigung von Teilen des Gehirns kann mit mehr oder weniger ausgeprägten Behinderungen und häufig sogar mit dem Tod des Betroffenen einhergehen. Für die plötzliche Durchblutungsstörung beim Schlaganfall gibt es zwei Gründe:

1. ln 80% aller Fälle ist ein zum Gehirn führendes Gefäß verstopft (die Folge ist eine mangelnde Durchblutung).

2. Bei 20% der Betroffenen ist im Gehirn ist ein Blutgefäß gerissen und es kommt zu einer Blutung in das umliegende Nervengewebe.

Oft kündigt sich ein Schlaganfall schon Jahre vorher durch Warnzeichen an. Ein solches Warnsignal ist die sogenannte TIA (transitorische ischämische Attacke). Hierbei handelt es sich um flüchtige Durchblutungsstörungen des Gehirns, die zu den gleichen Störungen führen wie ein richtiger Schlaganfall. Im Gegensatz zu diesem verschwinden die Warnzeichen (=Symptome) bei der TIA aber bereits wieder nach wenigen Sekunden oder Minuten. Jeder 3. Schlaganfall kündigt sich durch eine TIA an. Dies bedeutet, dass nach einer TIA innerhalb von 5 Jahren ca. 30% der Betroffenen auch einen Schlaganfall erleiden. Deshalb: Selbst wenn die Symptome schnell wieder verschwinden, Sie sollten bei Verdacht auf eine TIA sofort den Arzt aufsuchen!!!

Vordergründig verläuft der Schlaganfall oft ganz „undramatisch“, da er nicht mit heftigen Schmerzen einhergeht. Stattdessen treten – wie aus dem Nichts – Funktionsstörungen auf, die als Warnzeichen sehr ernst genommen werden müssen – auch wenn die Funktionsstörungen nur kurz andauern und dann wieder völlig verschwinden. Wichtig ist, diese Warnzeichen richtig zu erkennen und dann schnell zu handeln! Typische Funktionsstörungen bei einem Schlaganfall sind:

Lähmungserscheinungen und/oder Taubheitsgefühl auf einer Körperseite

Herabhängender Mundwinkel

Sprach- und Sprechstörungen

Unfähigkeit, Gesprochenes zu verstehen

Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen, Doppelbilder, „Blindheit“ auf einem Auge).

Wenn Sie mindestens eine der Störungen bei sich selber oder bei anderen wahrnehmen, kann es sich um einen Schlaganfall handeln! Hier ist schnelle Hilfe wichtig, rufen Sie deshalb sofort einen Arzt (Notruf: 112)! Der Schlaganfall ist ein Notfall – Minuten Können hier ein ganzes Leben entscheiden! Nur wenn rasch geholfen wird und der Betroffene auf dem schnellsten Weg in die Klinik kommt, können sich Funktionsstörungen weitgehend oder sogar vollständig wieder zurückbilden.

Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten eines Schlaganfalls begünstigen. Hierzu gehören z. B.: Bluthochdruck, Rauchen, gestörte Blutfette, Übergewicht, Diabetes, zu wenig körperliche Aktivität, Herzrhythmusstörungen, Alter, Geschlecht und Vererbung. Je mehr Risikofaktoren vorliegen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, irgendwann einen Schlaganfall zu erleiden. Einige dieser Risikofaktoren können wir leider nicht verändern (z. B. Alter, Geschlecht und familiäre Belastung). Alle anderen Risiken lassen sich hingegen weitreichend beeinflussen. Sie haben es in der Hand, Ihr Schlaganfall-Risiko möglichst klein zu halten. Denken Sie daran: Bereits geringfügige Umstellungen der Lebensgewohnheiten helfen, einen Schlaganfall zu vermeiden!

© Deutsche Schlaganfall Gesellschaft e.V. – 2002

Mit freundlicher Unterstützung der Boehringer lngelheim Pharma KG